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Vortrag 1-2012
Termin: Mittwoch den 08. Februar 2912 um
1930 Uhr
Themenreihe: Krisenregion Mittlerer
Osten
Thema: Das afghanische Friedens- und
Reintegrationsprogramm
Referent: Oberstleutnant Graf,
Gefechtssimulationszentrum Wildflecken
Der Referent war im Jahr 2011 für 6
Monate im HQ ISAF mit der Reintegration
von Taliban beauftragt
Nachdem wir uns beim
letzten Vortrag mit der Rolle der NATO bei der Niederwerfung des
Gaddafi-Regimes in Libyen beschäftigt haben, lenken wir unseren Blick
erneut in die für unsere Sicherheit wohl gefährlichste Region der Welt:
nach Afghanistan (AFG). Seit 2001 ist die Internationale Gemeinschaft
bemüht, dem Land beim Wiederaufbau sowie zu selbsttragenden Strukturen
zu verhelfen. Voraussetzung dafür ist jedoch zunächst ein baldiges
Ende der blutigen Kämpfe und Attentate, die die innere Sicherheit
in weiten Landesteilen weiterhin gefährden. Es ist den zur Zeit ca. 100
Tsd. Soldaten der Internationalen Friedenstruppen (ISAF) zwar gelungen,
die Aufständischen in vielen Provinzen zum Rückzug in entlegene
Gebiete zu zwingen, doch die Uhr läuft gegen eine militärische Lösung:
bis Ende 2014 sollen alle Kampftruppen abgezogen werden.
Der Fortschrittsbericht 2011 der Bundesregierung für AFG listet eine
Vielzahl von Erfolgen im Bereich der Wirtschaft, Gesundheit, Bildung,
dem Aufbau der Polizei und Armee auf. Jedoch im Bereich „Innerer
Frieden“ gibt es nur wenig Positives zu melden. Der Vorsitzende des
sog. „Hohen Friedensrats“ und ehemalige Präsident des
Landes, Prof. Rabbani fiel Ende September 2011 einem Attentat zum Opfer
und gerade hat Präsident Sarkozy aufgrund der Ermordung von 4
französischen Soldaten durch Angehörige der Afghanischen Armee(ANA)
seinem 4500 Mann starken Kontingent jegliche Beteiligung an
Kampfeinsätzen der ISAF untersagt.
Aus der Erkenntnis, dass sich letztlich keine militärische Lösung
des inneren Konflikts erzwingen lässt und eine funktionierende
staatliche Ordnung von der gesamten Gesellschaft getragen werden muss,
wurde im Frühjahr 2010 das „AFG-Peace and Reintegration-Program ( APRP)
ins Leben gerufen. Ziel: regierungsfeindlichen Kämpfern eine
Wiedereingliederung mit wirtschaftlicher Perspektive zu ermöglichen.
Dazu wurden „Friedensräte“ in den meisten Provinzen eingerichtet, die
von Vertretern der ISAF beraten und durch finanzielle Projekte der ISAF-
Truppensteller unterstützt werden. Deutschland steuert bis 2014 allein
50 Mill.Euro bei. Tatsächlich haben sich bis heute fast 3000
Aufständische zur Teilnahme am APRP angemeldet und mit weiteren 1200
laufen Verhandlungen.
In seinem Vortrag wird uns OTL Graf , selbst Bürger Bad Kissingens !-
aus eigenem „hautnahem“ Erleben als Berater den Aufbau, die Durchführung
vor Ort, die Erfolge aber auch Mängel dieses für das Gelingen eines
politischen Versöhnungsprozesses unverzichtbaren Programms darstellen.
Wie stets sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger der Region
willkommen- das Thema geht uns alle an, denn auf keinen Fall darf
AFG nach dem Abzug der ISAF-Truppen wieder zum Zentrum internationalen
Terrors und damit zu einer Gefahr auch für unsere Sicherheit werden!
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Vortrag 2-2012
zugleich sicherheitspolitisches Seminar
des Reservistenverbandes
Termin: Mittwoch, den 14. März um 1900
Uhr
Themenreihe: Deutschlands Engagement für
den Weltfrieden
Thema: a. Die Zukunft der deutschen
Streitkräfte
b. Friedenseinsätze der Bundeswehr am
Beispiel der Division Luftbewegliche
Oper4ationen (DLO)
Referenten: zu a. Oberst i. G.
Schütte
zu b. Oberst der Reserve Prof. Dr.
Gerlach, DLO
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