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Sektionen

 

Vorschau

  • am 20. September 2010 um 19.30 Uhr
    Thema: "Die deutsch-französische Brigade - Kernelement der deutsch-französischen militärischen Zusammenarbeit"
    Referent: Brigadegeneral Andreas Berg
    Ort: steht noch nicht endgültig fest

    Im Jahr 2009 feierte die Deutsch-Französische Brigade ihr 20jähriges Bestehen. Mit einem symbolischen Brückenschlag über den Rhein bekräftigten hier der Inspekteur des deutschen Heeres und der französische Chef d`Etat Major de l`Armee de Terre die unverändert hohe Bedeutung der Brigade als Wegbereiter einer gemeinsamen Verteidigung in Europa.
    Blickt man zurück, so zielten Staatspräsident Mitterand und Bundeskanzler Kohl im Jahre  1987 mit der Aufstellung der bi-nationalen Brigade auch darauf ab, die Aussöhnung von Deutschland und Frankreich zu befördern. Die Brigade hat sich zu einem viel zitiertem, militärischem, aber auch politischem Vorzeigeobjekt und „Versuchslabor“ deutsch-französischer Zusammenarbeit entwickelt. Als militärischer Großverband hat die Brigade in den Einsätzen auf dem Balkan (1987) und Afghanistan (2004) ihre volle Einsatzbereitschaft nachdrücklich unter Beweis gestellt.
    Blickt man nach vorn, so muss auch festgehalten werden, dass die Veröffentlichung des französischen Weißbuchs für Sicherheits- und Verteidigungspolitik im Juni 2008 und die daraus resultierenden, umfangreichen Strukturüberlegungen dazu führten, dass die Weichen für die Brigade vor allem im Jahre 2009 neu gestellt wurden. Nach intensiven bi-nationalen Konsultationen auf militärischen, militärpolitischen und auch politischen Ebenen verkündeten die Bundeskanzlerin Dr. Merkel   und der Staatspräsident Sarkozy schließlich im Zuge der 45. Münchner Sicherheitskonferenz am 7. Februar 2009 die Brigade durch Neuaufstellung des deutschen Jägerbataillons 291 auf französischen Boden zu stärken und gleichzeitig das zur Auflösung anstehende 3. französische Husarenregiment nicht aufzulösen, sondern es aus Immendingen nach Metz zu verlegen.
    Um die gleichermaßen eingeforderte Erhöhung der Einsatzrelevanz der Brigade umsetzen zu können, gilt es nunmehr politische Rahmenbedingungen und Machbarkeitserwägungen gegen die militärischen Erfordernisse und Lagen in den jeweiligen Einsatzszenarien wie auch die Fähigkeiten der Brigade gleichsam als Chancen und Risiken gegeneinander abzuwägen.
    Dieser Vortrag wägt hierfür Möglichkeiten und Grenzen anhand der Leitfrage „quo vadis“ Deutsch-Französische Brigade gegeneinander ab.

    Unser Referent, Brigadegeneral Andreas Berg absolvierte von 1988 – 1990 den Generalstabslehrgang an der Führungsakademie der Bundeswehr, der im Anschluss die Teilnahme an der französischen Generalstabsausbildung an der Ecole Superieure de Guerre in Paris folgte. Nach Verwendungen als Referent in der Stabsabteilung III für Militärpolitik im Führungsstab der Streitkräfte, im Auswärtigen Amt und als Abteilungsleiter G3 in der Panzergrenadierbrigade 36 folgte die Verwendung als Kommandeur des Panzeraufklärungsbataillons 12 in Ebern. Darauf folgten Verwendungen im Büro Sts Dr. Wichert/Biederbick, im Büro Direktor IMS NATO in Brüssel und als Arbeitsbereichsleiter im Planungsstab. Von 2007 bis 2009 war er Kommandeur der Deutsch-Französischen Brigade in Müllheim (Baden).  In 2009 war er Chef du Cabinet COMKFOR. Seit 2010 führt er die Stabsabteilung III im Führungsstab des Heeres. Er ist u. a. Träger des Ehrenkreuzes der Bundeswehr in Gold und des Ordre National de la Legion d`Honneur.

  • Im November 2010 um 19.30 Uhr
    Thema: "Der Islam, die Moderne und das Verhältnis der muslimischen Welt zum Westen"
    Referent: Reinhard Baumgarten, Redaktion des SWR Stuttgart
    Ort: wird noch festgelegt

    Weltweit bekennen sich 1,3 Mrd. Menschen zum Islam. Spätestens seit dem 11. September 2001 wird die Wahrnehmung dieser Glaubensgemeinschaft im Westen in hohem Maße von Terrorismus und Selbstmörderattentätern bestimmt.
    Viele muslimische Gemeinschaften befinden sich in einer tiefen Entwicklungskrise. Die Human Developement Reports der Vereinten Nationen legen davon ein beredtes Zeugnis ab. Bevölkerungsexplosion, Massenarmut und korrupte Regierungen führen zu weit verbreiteter Perspektivlosigkeit in vielen muslimischen Ländern, die den Nährboden für einen religiös -politischen Fundamentalismus bilden. Eine der tieferen historischen Ursachen liegt im Ausbleiben einer Aufklärung im Islam. Heute dominieren konservative, an der Vergangenheit orientierte Interpretationen des Koran, Verschärft wird diese Entwicklung durch einen zunehmend militanten Gegensatz zwischen Sunniten und Schiiten innerhalb der islamischen Welt.
    Der Krieg gegen den internationalen Terrorismus sollte nicht den Blick dafür verstellen, dass neben einer konsequenten Bekämpfung terroristischer Bewegungen langfristig nur ein besseres gegenseitiges Verständnis und eine Überwindung von Armut und Unterentwicklung  weitere, verhängnisvolle Eskalationen verhindern können.

    Unser Referent, Herr Reinhard Baumgarten studierte Islamwissenschaften und Arabistik in Bonn, Kairo und Tunis. Nach einer Tätigkeit in der arabischen Redaktion der deutschen Welle arbeitet er seit 1987 als Reporter und Redakteur für den Süddeutschen Rundfunk (SDR) in Stuttgart. Seit den 1990er Jahren hat er regelmäßig die jeweiligen Nahost-Korrespondenten im ARD-Büro Kairo vertreten und im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit zahlreiche Recherchereisen nach Mittelasien, Nahost und in den Kaukasus unternommen. Aktuell ist er in Stuttgart in der bimedialen Redaktion Religion, Kirche und Gesellschaft des SWR für den Themenbereich Islam zuständig. Er betreut das "Islamische Wort" und ist im Auftrag der ARD als verantwortlicher Redakteur mit dem mehrteiligen Film- und Hörfunkprojekt "Profile des Islam" betraut.    

  • am 13. Oktober 2010, 19.30 Uhr
    Thema:   Das EUROKORPS - Modellfall einer europäischen Verteidigungspolitik
    Referent: Brigadegeneral Georg Nachtsheim
    Ort: Steht noch nicht fest

    Das Eurokorps entstand 1992 als deutsch-französische Initiative. In den Folgejahren traten Belgien, Spanien und Luxemburg bei. Damit wurde erklärtermaßen bewusst und von Anfang an ein starkes Basiselement einer künftigen und sich zunehmend herausbildenden europäischen Verteidigungsidentität geschaffen.
    Das Eurokorps stellt im Turnus Kräfte für die NATO Response Force (NRF) und kann im Bedarfsfall auf bis zu 60.000 Mann aufwachsen. Es ist aber auch im "Force Catalogue" der Europäischen Union als Landcomponent Command und damit als Führungshauptquartier für ebenfalls 60.000 Soldaten der EU aufgelistet. Die wichtigsten Führungspositionen unterliegen einer zweijährigen Rotation unter den Nationen. Das Korps hat seine Einsatzfähigkeit in den letzten Jahren in mehreren Auslandseinsätzen unter Beweis gestellt.
    Das Eurokorps ist als multinationale Kommendobehörde weltweit einmalig. Es ist ein Modell, wie ein Europa trotz unterschiedlicher Militär- und Führungskulturen seine begrenzten militärischen Ressourcen in einem europäischen Verband sinnvoll bündeln und zunehmend wirkliche Interoperabilität voranbringen kann.
    Unser Referent absolvierte von 1983-84 den 26. Generalstabslehrgang an der Führungsakademie der Bundeswehr; ihm folgte 1986 die Teilnahme an der französischen Generalstabsausbildung an der Ecole Superieure de Guerre in Paris. Nach Verwendungen als Referent in der Stabsabteilung III für Militärpolitik im Führungsstab der Streitkräfte folgten Verwendungen als Kommandeur des Panzerbataillons 164/174 in Schwarzenbek und insgesamt 3 Auslandseinsätze in Bosnien-Herzegowina. Von 1999 bis 2001 war er Kommandeur der Deutsch-Französischen Brigade in Müllheim(Baden), von 2007 bis 2009 Chef des Stabes beim Eurokorps in Straßburg. Brigadegeneral Nachtsheim spricht mehrere Fremdsprachen und wurde als Mitglied des UK Royal College of Defence Studies ausgewählt. Er ist u.a. Träger des Ehrenkreuzes der Bundeswehr in Gold, der amerikanischen Meritorious Service Medal, Offizier des französischen l`Ordre national du Merite und Officier de la Legion d`Honneur.

  • "Revolution in military affairs – Zwischenbilanz der modernen westlichen Kriegsführung"
    Termin:
    Donnerstag, 09. Dezember 2010 um 19.30 Uhr
       
    Ort:
    Offizierkasino
      derMax-Immelmann-Kaserne, FlaRakGrp  23, Immelmannstraße 7 A in 85077 Manching-Oberstimm     

    Nach Ende des Kalten Krieges entstand in den USA das Konzept einer revolution in military affairs. Aufbauend auf neue Präzisions- und Abstandswaffen für Luftangriffe, der militärischen Nutzung des Weltraums, einer breiten Palette unbemannter Kampf- und Aufklärungsdrohnen sowie der datentechnischen Vernetzung von Aufklärungs-, Führungs- und Waffensystemen (network centric warfare) wird eine neue Stufe militärischer Operationsführung angestrebt. Zielsetzung ist, durch Systeme militärischer Hochtechnologie mit begrenztem Einsatz eigener Soldaten eine starke militärische Überlegenheit zu erreichen und zugleich die Opfer eigener Kräfte auf ein Minimum zu reduzieren.
    Während sich dieses Konzept im Einsatz gegen Staaten und reguläre Armeen im Golfkrieg 1991 und im Kosovo 1998 militärisch bewährte, haben die Erfahrungen mit den asymetrischen Konflikten im Irak und in Afghanistan Grenzen deutlich werden lassen. Auch die relativ hohe Zahl ziviler Opfer hat zu starker Kritik geführt.
    Wurden die Möglichkeiten der revolution in military affairs überschätzt? Wurde durch die Aussicht auf schnelle, leichte Siege die Kriegsschwelle gesenkt, etwa bei der Entscheidung zum Irakkrieg 2003? Hat die Perspektive starker, einseitiger Überlegenheit die Bereitschaft zur Teilnahme an multilateraleren Abrüstungsverhandlungen reduziert? Muss Europa deutlich mehr finanzielle Mittel für seine Streitkräfte bereit stellen, um international relevant zu bleiben? Braucht die internationale Ordnung mehr durchsetzungsfähige und kampfstarke Einsatztruppen westlicher Demokratien, um die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union bei schwierigen Friedensmissionen insbesondere in Afrika wirkungsvoller unterstützen zu können?
    Der Vortrag richtet sich an einen breiten Zuhörerkreis.
    Sascha Lange ist Militär- und Rüstungsanalytiker bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Analyse von Rüstungsentwicklungen, Technologiefolgenabschätzungen von militärischen und zivilen Systemen sowie Fragen der Einsatztaktik von Streitkräften. Insbesondere im Bereich von Weltraum- und Massenvernichtungswaffen hat der Referent in der jüngsten Vergangenheit umfangreich publiziert.
    Die Stiftung Wissenschaft und Politik ist das größte und renommierteste deutsche Institut zu Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik.


  • Carl von Clausewitz und die Relevanz seines Werkes im 21. Jahrhundert
    General a. D. Klaus Reinhardt  wird den Lebensweg Carl von Clausewitz vorstellen;
    Generalmajor Christian Millotat wird die Bedeutung der Lehren von Clausewitz für die Realität im 21. Jahrhundert  erläutern.

    Vortrag:
     Planungstermin 2011, 19.30 Uhr

    Viele  Gedanken  des Generalmajors Carl von Clausewitz, die er vor allem in seinem 1832  erstmals erschienenes Buch „Vom Kriege“ dargestellt hat, sind   im Zeitalter internationaler Einsätze von Streitkräften  wieder sehr aktuell geworden. Vielen Wissenschaftlern und Offizieren Im In- und Ausland gilt sein Werk als zeitlos zutreffende Analyse militärischer Konflikte und des Verhältnisses von Politik und Militär bei der Planung, Durchführung und Nachbereitung von Friedensmissions- und Kampfeinsätzen. Seine Gedanken  werden an der Führungsakademie der Bundeswehr und an den hohen und höchsten Ausbildungsstätten von Soldaten und Diplomaten in vielen Teilen der Welt  behandelt.  
    Carl von Clausewitz lebte in der Epoche der napoleonischen Kriege und hat sich zu seinen Lebzeiten intensiv mit kriegerischen Konflikten beschäftigt. Beispielsweise hielt er von 1809 bis 1810 als Referent an der Allgemeinen Kriegsschule in Berlin, der Vorläuferin der Führungsakademie der Bundeswehr, eine viel beachtete Vorlesungsreihe über asymmetrische Konflikte, die er als  „Der kleine Krieg“ bezeichnete. Clausewitz erlebte als Offizier in russischen Diensten  das Scheitern des Russlandfeldzuges Napoleons in den Jahren 1812/1813. Er gehörte zum engsten Kreis des preußischen Militärreformers, Generalleutnant Gerhard David von Scharnhorst, der nach der Niederlage Preußens gegen Napoleon in der Schlacht von Jena und Auerstädt im Jahre 1806 die Preußische Armee reformierte. Diese Epoche der preußisch-deutschen Militärgeschichte ist eine der Traditionssäulen der Bundeswehr.

    Clausewitz bietet zum Verstehen und Entschlüsseln der heutigen Friedensmissionseinsätze und bewaffneten Konflikte intellektuelle Werkzeuge an. Seine Lehren sind aber auch für die Praxis des Planens, Durchführens und Nachbereitens solcher Einsätze für die verantwortlichen Politiker und Soldaten unerlässlich. Was wir konkret von ihm lernen können, wird in diesem Seminar exemplarisch behandelt.
                Der Veranstaltung ist kostenlos. Der Vortrag findet in Kooperation mit der Kreisgruppe Oberbayern-Nord des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V. statt.
        

    General a. D. Klaus Reinhardt ist promovierter Historiker. Er trat 1960 in die Gebirgsjägertruppe ein, absolvierte 1973 und 1975 an der Führungsakademie der Bundeswehr den 16. Generalstabslehrgang der Bundeswehr. Anschließend folgte die amerikanische Generalstabsausbildung am Command and General Staff College in Fort Leavenworth/USA. Nach Verwendungen als Adjutant des Bundesministers der Verteidigung übernahm er von 1986 bis 1988 als Kommandeur die Gebirgsjägerbrigade 23. Es folgten eine Verwendungen als Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg sowie weitere herausgehobene Aufgaben in herausgehobenen, hohen NATO-Dienststellen. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde General Reinhardt als Kommandeur der
    KFOR-Friedenstruppe, wo er das Kommando über eine multinationale Einsatztruppe aus 39 Nationen hatte. Nach seiner Pensionierung war er von 2002 – 2006 Präsident der Clausewitz-Gesellschaft. Aufgrund seiner Verdienste wurde ihm im Jahr 2000 das Große Bundesverdienstkreuz verliehen.
    Generalmajor a. D. Christian Millotat absolvierte die deutsche und kanadische Generalstabsausbildung und ist Absolvent des US-Army War College. Neben  Verwendungen als Bataillonskommandeur,  Generalstabsoffizier (G 3) auf Brigade-, Divisions- und Korpsebene, in der NATO, als Stabsabteilungsleiter III im Führungsstab des Heeres ( = Chef der Operationsabteilung) und Direktor  Lehre an der Führungsakademie der Bundeswehr war er Auflösungskommandeur der 11. motorisierten Schützendivision der Nationalen Volksarmee und Brigadekommandeur sowie Stellvertreter des Kommandierenden Generals des II. ( US/ GE) Korps, Stellvertreter des CMOFFOR im Kosovo und Befehlshaber des Wehrbereichs II.. Nach seinem Ruhestand 2006/2007 wurde er als „Director of the Department of Security Cooperation” der OSZE in Sarajewo und Sicherheitsberater des Hohen Beauftragen für Bosnien und Herzegowina berufen. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes, der US-Legion of Merit, Offizier des Nationalen Verdienstordens Frankreichs sowie Ritter und Offizier der französischen Ehrenlegion. Generalmajor a. D. Millotat ist heute Leiter des Regionalkreises Südwest der Clausewitz-Gesellschaft und Autor zahlreicher Aufsätze in Fachzeitschriften und mehrerer Fachbücher (u. a. zu Carl von Clausewitz).

  • "Chinas Afrikapolitik  – Neokolonialismus oder Entwicklungschance für Subsahara-Afrika?"
    Vortragszeitpunkt:  Planungstermin ist die 1. Jahreshälfte 2011,
    Vortragsort: steht noch nicht fest


    Das starke Wirtschaftswachstum Chinas hat den Bedarf nach Energie und Rohstoffen im Land enorm ansteigen lassen. China betreibt deshalb seit Jahren in Subsahara-Afrika eine sehr aktive Außenwirtschaftspolitik und bietet vor allem ressourcenreichen Staaten massive wirtschaftliche Hilfe und Waffenlieferungen an. Die Bandbreite wirtschaftlicher Unterstützung reicht dabei von günstigen Milliardenkrediten, großen Infrastrukturvorhaben, wie Straßen, Eisenbahnlinien und Flughäfen bis hin zu schlüsselfertigen Prestigebauten und Entwicklungshilfeprojekten.
     Im Gegenzug gewähren die afrikanischen Staaten China exklusive Rechte an ihren reichen Rohstoffvorkommen und öffnen ihre Märkte für Billigimporte aus China, was vielerorts zu schmerzlichen Arbeitsplatzverlusten in Industrie und Handwerk geführt hat. Chinas Interesse ist breit angelegt und reicht von Erdöl (Angola, Sudan, Kongo-Brazzaville, Nigeria), Eisenerz (Mauretanien), Kupfer (Sambia), Kobalt (Kongo), Gold,  Mangan und Platin (Südafrika) bis hin zu Baumwolle (Mali) und Nahrungsmitteln (Sambia, Simbabwe, Tansania). Auch sind Hunderttausende Chinesen bereits nach Subsahara-Afrika ausgewandert, wo sie zunehmend präsent im Handel sind.  
    Diktatorische Verhältnisse, massive Menschenrechtsverletzungen oder Fragen guter Regierungsführung in den afrikanischen Staaten spielen dabei für China keine Rolle, da es eine strikte Politik der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten verfolgt. An konfliktgeladene Staaten wie Sudan und Simbabwe liefert Peking Waffen. Diese Entwicklung hat im Westen zu einer
     kontroversen Debatte über die richtige Afrikapolitik geführt. Manche Beobachter sehen in den chinesischen Infrastrukturprojekten auch eine Entwicklungschance für Subsahara-Afrika und damit eine Alternative zur klassischen Entwicklungszusammenarbeit.
    Wie ist diese Entwicklung zu bewerten? Kann es sich der Westen leisten, die reichen Ressourcen des afrikanischen Kontinents und das Schicksal seiner Menschen langfristig China zu überlassen?

    Dr. Martin Pabst studierte Geschichte, Politikwissenschaften und Anglistik in München  und Würzburg. 1988 folge die Promotion zum Dr. phil.  Er absolvierte Forschungsaufenthalte in Lome/Togo, London und Oxford. Seit 1992 betreibt er in München ein Büro für Forschung und Politikberatung und besucht regelmäßig Subsahara-Afrika. Martin Pabst hat in den vergangenen Jahren in Form von Büchern und Fachaufsätzen umfangreich zu Afrika publiziert und gilt als versierter Afrikakenner.                                          

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